Weltfriedenstag anno 2025

01.​09.​2025

Die Menschen in der Welt begehen den Weltfriedenstag an unterschiedlichen Tagen. Aus meiner Sicht müssten sie an jedem Tag des Jahres für den Frieden einstehen und den Krieg aus den Beziehungen zwischen den Staaten und Völkern verbannen.

Aus gelebter Erinnerung nehme ich den 1. September, unseren Weltfriedenstag, zum Anlass, den Ruf nach Frieden für die ganzen Welt erneut erschallen zu lassen. Auch wenn die UNO den 21. September als diesen Tag aufgerufen hat und in der BRD an diesem Datum der Antikriegstag begangen wird, sehen das praktische Handeln und Leben in Wirklichkeit anders aus. Als Atheist würde ich gern dem Motto der katholischen Kirche folgen, das da heißt:  "Vergib uns unsere Schuld und gewähre uns deinen Frieden.“ Doch Wünsche allein setzen dem Morden und Vernichten kein Ende. Schauen wir doch der Wahrheit ins Gesicht. In der Zeit von 1945 bis 2007 fanden 238 Kriege in der Welt statt. In Asien waren das 68, in Afrika südlich der Sahara 64, im Vorderen und Mittleren Orient 60, in Süd- und Mittelamerika 30 und in Europa 16. Einzig der nordamerikanische Kontinent – und das ist mehr als bezeichnend – konnte sich aus dem Gemetzel heraushalten. Gegenwärtig überziehen 59 heiße Kriege die ganze Welt.

In Palästina begeht der Staat Israel einen Genozid an den Einwohnern. Die Informationen und Bilder sowie die Äußerungen verantwortlicher Politiker belegen, dass dieses Vorgehen nicht einer außer Rand und Band geratenen Soldateska allein zuzuschreiben ist, sondern geplant war und auf vollständige Vernichtung zielt. Gaza soll dem Erdboden gleichmacht und das palästinensische Volk endgültig vertreiben werden. Hier wie im Westjordanland geht es darum, die Gebiete voll und ganz an Israel anzuschließen und somit die per UN-Resolution fixierte „Zweistaatenlösung“ für immer ad Acta zu legen. Deutschland steht fest an der Seite Israels, auch wenn Kanzler Merz eine Einschränkung von Waffenlieferungen an Israel proklamiert.

Ein von den Westmächten, allen voran den USA provozierter Staatsstreich stellte 2014 den Auftakt für einen nunmehr 11 Jahre dauernden Krieg in der Ukraine dar. Sein Ziel bestand und besteht weiterhin darin, das Land wortbrüchig und völkerrechtswidrig zu einem hochgerüsteten, in die NATO-Strukturen eingebundenen Vorposten der Nordatlantikallianz entlang von mehr als 2.000 km Grenze der russischen Föderation zu formen. Selbst die jüngsten Anstrengungen von Putin und Trump, Wege aus dem Blutvergießen zu finden, werden von den führenden Köpfen Westeuropas permanent torpediert. Russland muss ruiniert werden, koste es was es wolle. Schließlich besitzt es Reichtümer im Überfluss, an denen man sich bedienen will. Doch ganz abgesehen davon. Allein die volle Auslastung der Rüstungskonzerne sichert hohe Profite der Aktienbesitzer wie BlackRock. Friedensgedanken sind dem nur abträglich.

Der Bürgerkrieg in Syrien, der bereits seit 2011 andauert, hat zu einer humanitären Katastrophe geführt. Islamistische Kräfte genießen auch weiterhin die Unterstützung internationaler Akteure, allen voran der Türkei, deren Machtambitionen auf die Schaffung eines neuen osmanischen Großreiches hinauslaufen.

Nach dem Abzug der internationalen Truppen und der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 in Afghanistan hat sich die Sicherheitslage weiter verschlechtert. Ihren Anteil daran haben jene Staaten, die 2021 überstürzt ihre Truppen aus dem Land abziehen mussten. 

Der Bürgerkrieg im Jemen, der seit 2014 andauert, hat zu einer schweren humanitären Krise geführt. 

Mehrere afrikanische Länder sind von bewaffneten Konflikten betroffen, darunter die Sahelzone, Äthiopien, Nigeria, die Demokratische Republik Kongo und Somalia. 

Mit der Beseitigung von Saddam Hussein im Irak und Muammar al-Gaddafi in Libyen riefen die USA und ihre Unterstützer ein verheerendes Chaos in beiden Staaten hervor, das zu überwinden mehrere Jahrzehnte benötigt.

 

Wie bereits im Zusammenhang mit der Ukraine festgestellt hat sich Deutschland in der Frage „Kriegstüchtigkeit“ oder „Friedensfähigkeit“ bereits für den Krieg entschieden. An der Behauptung, „in Deutschland hätten sich Kräfte durchgesetzt, die vor allem auf eine militärischen Konfrontationsstrategie setzen“, gibt es wohl kaum Zweifel. Oder wozu dient das Anheben des Rüstungsetats auf 88,4 Milliarden Dollar ohne Abschaffung der Schuldenbremse? Wollen wir uns selbst totrüsten oder ist der Termin des Beginns eines neuen Krieges bereits festgelegt? Die Hysterie in den Medien erinnert an die schlimmsten Zeiten deutscher Geschichte. Wie sehr sich diese Zeiten in Erinnerung bringen demonstriert die Beliebtheitsskala deutscher Politiker, die von Boris Pistorius angeführt wird, einem Mann, der im Zweifelsfall unsere Kinder in einen Krieg schicken würde. Erschreckend ist, dass er neben „Abschreckung durch Aufrüstung“ keinerlei friedliche Alternative anbietet. Dabei ist sonderbar, dass angeblich die Mehrheit der Deutschen eine Wehrpflicht begrüßt, aber nur eine Minderheit bereit ist, sich mit der Schlachtbank anzufreunden.

Es geht um Geld, viel Geld und Macht. Der Normalbürger wird dafür zahlen und wenige andere der Wirtschaft und Politik partizipieren von diesem wahnwitzigen Aufrüstungsprogramm. Es bedarf eines grundlegenden Wandels in der Außenpolitik, eine Rückbesinnung auf Bismarck, seine Diplomatie und gute Nachbarschaft mit Russland.

Denken wir ernsthaft nach und tun etwas für den Frieden. Gemeinsam ohne politische Scheuklappen.

 

Ihr Re(h) Auge

 

 

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