Eingeladen hatten die zukünftigen Investoren - die Rehfelder EigenEnergie eG und Enertrag. Der Saal in der Gaststätte „Zur alten Linde“ war gut gefüllt. Rehfelder Bürger und Gäste aus der Umgebung.
Zu den Fakten – vorgetragen mit Präsentationen durch Herrn Schirmer (Projektleiter Enertrak) und Herrn Fleischmann (Vorstandsvorsitzender Genossenschaft):
Die Fläche umfasst 60,7 ha Land, alles unter 23 Bodenwerte auf Rehfelder und Hennickendorfer Feldflur. Nach Fertigstellung sollen 61 MWp produziert und mit einer Direktleitung über ein Umspannwerk mit Speicher an CEMEX geliefert werden. Damit erfolgt eine zu 100% lokale Wertschöpfung und durch die Dekarbonisierung im Zementwerk ist man direkt an der Senkung von CO² Emissionen beteiligt.
Über Vereinbarungen ist abgestimmt, dass die Rehfelder Genossenschaft 6,25 % der Anlage mit geplanten rund 3 MWp übernimmt und über eine co KG finanzieren, bauen und bewirtschaften will. Diese Anlagen werden im alten Abwasserbecken, das auch zur Bauschuttablage missbraucht wurde, errichtet.
Nach Beteiligung der Behörden und Bürger im 1. Halbjahr 2025 erfolgt jetzt die Bearbeitung der Einwendungen, deren Abwägung mit anschließender Beschlussfassung in der Gemeindevertretung, die die Planungshoheit hat.
Das Gelände liegt 850 Meter entfernt von Rehfelde Dorf, wird eine Einzäunung mit Wolfsschutz haben, falls eine Doppelnutzung durch einen Schäfer erfolgen sollte. Es entstehen Wildblumenwiesen, Bepflanzungen mit Bäumen und Sträuchern als Blendschutz sowie Gassen für Vögel und den Wildwechsel.
Dazu wurde ein umfangreicher Katalog für Ausgleichsmaßnahmen, den die Arbeitsgruppe „Erneuerbare Energien“ der Gemeinde, an der alle Fraktionen und weitere Bürger zusammenarbeiten, vorgelegt hat. Dieser wird jetzt durch das Amt Märkische Schweiz geprüft und dann der Unteren Umweltbehörde zur Bestätigung vorgelegt. Ziel ist es mit den gesetzlich festgelegten Finanzen Projekte in Rehfelde mit allen Dörfern und Gemeindeteilen zu realisieren.
Zielstellung ist, dass im Jahr 2026 alle Planungen abgeschlossen werden und die Genehmigungen vorliegen. Dann im Jahr 2027 gebaut wird und 2028 der Strom zum Zementwerk fließen kann.
Entsprechend der gesetzlichen Regelungen mit dem Solareuro würde die Gemeinde rund 100.000 € jährlich und in der Zukunft 90 % der Gewerbemiete erhalten. Darüber hinaus könnten direkt an bestehende Vereine oder über einen Förderverein als Verteiler Spendenmittel ausgereicht werden.
Die Genossenschaft würde durch die Aufnahme weiterer Mitglieder und deren Anteile das notwendige Stammkapital aufstocken. Über Beteiligungspakete – Anteile mit Nachrangdarlehen durch Mitglieder (wie bei den 2 Windkraftanlagen) – soll der Anteil der Eigenfinanzierung gesichert werden und möglichst notwendige Bankkredite dadurch kleiner ausfallen. Selbstverständlich können auch Bürger, Betriebe und Kommunen Gesellschafter und Kommanditist werden. Dazu wurde informiert, dass Mitglieder der Genossenschaft ab 01.01.2026 über die Bürgerwerke einen eigenen Rehfelde-Tarif erhalten können. Das ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung – für alle Rehfelde einen preiswerteren Strom anbieten zu dürfen. Dazu fehlen aber immer noch die gesetzlichen Möglichkeiten in Deutschland
In der anschließenden Frage- und Diskussionsrunde konnten viele Fragen sachlich beantwortet werden. Auch die Forderung nach mehr Information und Bürgerbeteiligung wurde akzeptiert und zugesagt diese Aufgabe gemeinsam mit der Gemeinde gestalten zu wollen.
Der Aufforderung zu einer Bürgerbefragung nach dm Beispiel der Olympiabewerbung wurde eine Absage erteil. Gleichwohl wurden auch sehr kritische Bemerkungen und Fragen sehr sachlich und konkret beantwortet. Teilweise falsche Darlegungen konnten erfolgreich widerlegt werden. Grundsätzliche Fragen zur Energiepolitik in der Bundesrepublik, so auch die Negierung der Erneuerbaren und des Trassenausbau sowie den bekannten Forderungen auf PV und Wind ganz zu verzichten wurde energisch widersprochen.
Der gemeinsame Nenner kann nur die Einigung von Forderungen zum maximalen Naturerhalt und maximaler Energiegewinn sein.
Carsten Kopprasch erläuterte mehrmals die Auffassungen der Gemeinde aus Sicht der Arbeitsgruppe und dankte zum Abschluss den Vertretern beider Betriebe, die mit der Einladung zur Informationsveranstaltung eine Aufgabe der Gemeinde realisieren konnten.
Reiner Donath
Bild zur Meldung: Zur Informationsveranstaltung „Solarpark Rehfelde“ am 12.11.2025