Auch in diesem Jahr trafen sich ca. 15 Personen auf dem Friedhof in Rehfelde, um zum Volkstrauertag den Opfern von Kriegen und Gewaltherrschaft zu gedenken und zugleich auch ein Zeichen für Frieden und Völkerverständigung zu setzen. Initiator der Gedenkveranstaltung war wie in den Vorjahren Klaus Emmerich. Die Gemeinde war durch die Fraktionen GfR, AfD und FÜR sowie dem stellvertretenden Bürgermeister Herrn Torsten Franke vertreten.
In meiner kurzen vor-Ort-Ansprache ging ich darauf ein, dass wir beim Gedenken an die Opfer der beiden von Deutschland losgetretenen zwei Weltkriege heute stärker denn je auf die aktuellen Gefahren hinweisen müssen, die heute von Kriegen und imperialistisches Herrschaftsbestreben ausgehen.
Anfang der 30-iger Jahre des vorigen Jahrhunderts war es das Ziel des deutschen Industrie-und Finanzkapitals eine imperialistische Politik mit der Eroberung neuen Lebensräume und einer rücksichtslosen Germanisierung weiter Teile Europas umzusetzen. Dafür waren Hitler und seine Gefolgsleute die Garanten. Doch um das zu erreichen musste zuvor Deutschland ökonomisch, militärisch und ideologisch aufgerüstet werden. Im September 1936 forderte der „Führer“ daher die größtmöglichste Beschleunigung der Kriegsvorbereitung. In vier Jahren sollten die deutsche Armee einsatzfähig und die Wirtschaft kriegsfähig sein. Das Volk wurde mit einer durch ethnische und rassistische Rechtfertigungen untermauerte Russophobie überschüttet. Eines ihrer Hauptmerkmale war das grenzenlose Schüren der Angst vor der „Gefahr des jüdischen Bolschewismus“ und dessen Aggressivität. Nach der Vorbereitung des Volkes begann der von Deutschland losgetretene 2. Weltkrieg im September 1939. Er endete mit über 70 Millionen Toten, Hunger, Elend, Verwüstung und Vertreibung in ganz Europa.
1945 waren sich die Menschen staaten- und parteiübergreifend einig, nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus.
Heute im Jahre 2025 wird in Deutschland wieder ökonomisch, militärisch und ideologisch aufgerüstet. Wir müssen wegen der Bedrohung aus Russland bis 2029 kriegstüchtig sein, die Rüstungsproduktion wird massiv angekurbelt und wird Stück für Stück zur wirtschaftlichen Basis, die Jugend wird ideologisch beeinflusst und materiell gelockt für den militärischen Einsatz.
Ja, wir haben heute nicht 1936 und man kann nicht Alles vergleichen, aber gewisse Parallelen kann man schon feststellen und das ist zutiefst erschütternd.
Aber unser Leben muss im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern stehen und unsere Verantwortung gilt vor allem dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.
Ich bin der Meinung, wir müssen heute mehr denn je friedenswillig und friedensfähig sein. Wir müssen alle nichtmilitärischen Möglichkeiten auf diplomatischen, wirtschaftlichen und kulturellen Wegen ausschöpfen um Frieden herzustellen und dauerhaft zu bewahren. Dies sollte Vermächtnis und ein nicht verhandelbarer Auftrag für Deutschland, aufgrund seiner unheiligen deutschen Geschichte, sein.
Carsten Kopprasch
Bild zur Meldung: Volkstrauertag am 16.11.2025 in Rehfelde