Zum Jahresende Gedanken zur Geschichte
Der Redaktion wurde folgende Information zugeleitet.
Ein freundliches Hallo in die Runde der Radiofreunde Friedersdorf,
die Zeit rast und im Nu hat man einen Reifegrad um die 80 Jahre erreicht! Da denkt man mehr über seine Zukunft nach, als über die Vergangenheit! Außerdem sollte man sich eingestehen, dass sein Erinnerungsvermögen nicht mehr wünschenswert funktionstüchtig ist! Aber für Schlüsselerlebnisse schon… Bestimmte Ereignisse in unserer DDR-Lebenszeit sollten wir auf dem Bildschirm behalten. Dazu gehört auch das nachstehende Ereignis.
Sendeschluss
Der 31. Dezember ist definitiv der letzte Tag des Jahres. Aber an diesem Tag vor nunmehr 34 Jahren war er mehr als nur der Silvestertag. Denn am 31. Dezember 1991 war um Mitternacht definitiv auch Sendeschluss von das DDR-Fernsehen und den DDR-Rundfunk. Beide Institutionen mussten durch den sogenannten Einigungsvertrag ihre Sendeaktivitäten einstellen.
Für -zig tausende Mitarbeiter war es eine beruflich-persönliche Zäsur.
Der spätere DDR-Rundfunk begann bereits am 13. Mai 1945 – nur wenige Tage nach der Kapitulation von Nazideutschland – unter sowjetischer Militärkontrolle wieder zu senden – damals unter dem Namen „Radio Berlin“ aus dem historischen „Haus des Rundfunks“ an der Masurenallee in Berlin-Charlottenburg. Nach einer Zwischenstation in Berlin-Grünau sendete der DDR-Rundfunk ab 12. September 1952 bis zur Zwangsabschaltung aus dem speziell hergerichteten Komplex an der Nalepastraße in Berlin-Oberschöneweide.
Dort hatten die Hörfunkprogramme Berliner Rundfunk, Berliner Welle, Deutschlandsender (später: Stimme der DDR), DT 64, Radio Berlin International sowie Radio DDR I und II ihren Stammsitz.
Dieser historische Streifen sowie unzählig weitere interessante Details aus der Zeit des DDR-Rundfunks und den Aktivitäten auf dem Gelände danach dokumentiert die damalige Musikredakteurin von Radio DDR I/Radio Aktuell, Elisabeth Heller, auf ihrer Website.
https://www.zeitreise-nalepafunk.com/
Übrigens kann das Gelände des ehemaligen DDR-Rundfunks an der Nalepastraße nach Voranmeldung über www.funkhaus-berlin.net
zu festgelegten Zeiten besichtigt werden.
Die gut 90-minütigen Führungen vermitteln einen informativen Einblick in die Geschichte des demokratischen Rundfunks, der vor nunmehr 73 Jahren dort seine Arbeit aufnahm und vor 34 Jahren am Silvesterabend zum Schweigen gebracht wurde.
Es würde uns freuen, wenn wir Ihr / euer Interesse geweckt haben und vielleicht im Frühjahr ein (angemeldeter) Familienausflug mit „Kind und Kegel“ in die Nalepastraße in Planung gegeben wird.
Jetzt erstmal eine ansprechende Silvesterfeier und einen entspannten Start in 2026!
Ihr Karl-Heinz Boßan