Zu Interessen

01.​06.​2026

Der heutige 1. Juni, weltweit der „Internationale Kindertag“, ist Anlass zu fragen worin das Interesse unserer Kinder und der Menschheit besteht.

Unsere Welt ist von Unberechenbarkeit geprägt. Es geht nur um Macht und Einflusssphären sowie Gewinne. Das solidarische Miteinander, das gemeinsame Lösen von Problemen und die Erledigung wichtiger Aufgaben leiden dadurch. Zu sehr geht es um persönliche Befindlichkeiten, ideologische Vorbehalte und egoistische Zielstellungen. In Vergessenheit gerät das solidarische Miteinander.

In unserer Gemeinde wird gegenwärtig über die weitere Nutzung des Gebäudes der KITA – Zinndorf, die Entwicklung im Windfeld 26, die Nutzung des Sondervermögens aus Bundesmitteln, die Kosten des Mittagsessens in den KITA`s und im Hort, die Straßenreparaturen, die Abwassererschließung im Ortsteil Zinndorf, Kostenstellen für den Haushalt 2027 usw. lebhaft diskutiert, um eine Interessenübereinstimmung zu erzielen. Ergebnisse stehen aus.

National sehen wir die Lücke zwischen Ost- und Westdeutschland bei den durchschnittlichen Monatseinkommen, die zwischen 2024 und 2025 um 540 € angewachsen ist. Das mittlere Jahreseinkommen eines Haushalts lag 2025 im Westen bei 39.598 Euro netto, im Osten aber nur bei 33.764 Euro. 

Während die Bosse der Großunternehmen sich um ihre millionenschweren Bonnis keine Sorgen machen brauchen, müssen die werktätigen Massen für ein paar Prozent mehr Gehalt Arbeitskämpfe führen. Sie sind es auch, die ebenso wie die einfachen Rentner mit Entsetzen auf die bevorstehenden sogenannten Reformen schauen, wissen sie doch genau, dass das Wort Reform mit dem Abbau von Sozialstandards insbesondere für die Ärmsten der Gesellschaft gleichzusetzen ist. Die entsprechenden Reformpläne in den Bereichen Rente, Pflege und Krankenversicherung liegen bereits in den Schubfächern der zuständigen Minister bereit. Nunmehr gilt es, deren Inhalt den Menschen schmackhaft und glaubhaft zu machen. Die Palette der dafür herbeigeredeten Begründungen ist umfangreich. Die Demografie muss herhalten, um zu beweisen, dass die Rentner künftig Aktien kaufen sollen, um ihre Grundsicherung aufzustocken. Dass daran vorrangig die Banken profitieren, bewies der zustimmende Applaus der Banker, vor denen Kanzler Merz diese Idee verkündete. Ins Spiel gebracht wird die Abschaffung des Acht-Stunden-Tages weil die Deutschen angeblich zu wenig arbeiten. Gesundheitsministerin Warnken begründet ihre Krankenkassen-Reform, die insbesondere die gesetzlich Versicherten durch erhöhte Zuzahlungen und den Wegfall von Leistungen treffen, mit der Notwendigkeit, die Einnahmen der Kassen zu erhöhen. Dabei verschweigt sie, dass der Staat seinen Zuschuss aus Steuermitteln für diesen Bereich direkt und indirekt kürzt. 

Vergessen sind die Versprechen der Regierung, die Pflegekosten im Zaume zu halten. Vom Stromkostenzuschuss für den einfachen Bürger ist schon gar nicht mehr die Rede, da angeblich unbezahlbar. Für Energie fressende Großbetriebe finden sich allerdings Milliarden von Euro. Und weitere Milliarden finden sich, um Kriegsmaterial und Militäreinsätze im Ausland zu finanzieren, obgleich Finanzminister Klingbeil von „Konsolidierungsbedarf“ – ergo Sparen bei den Sozialausgaben – spricht. Es erweist sich, dass die steigenden Umsätze und Gewinne für einige Reiche in der Rüstungsindustrie kein Instrument des Wirtschaftswachsums sind und auch eine mitregierende SPD in Wahrheit nicht für soziale Sicherheit eintritt. Und obwohl nachweislich die Mehrheit der Bevölkerung keinen Krieg will, wird gerüstet. Der Feind ist wie vor 100 Jahren das mächtige Russland, das nun im 21. Jahrhundert endlich bezwungen werden muss. Glauben denn Bundeskanzler Merz und die Herrschenden in Deutschland ernsthaft, dass mit Russophobie und einer Bundeswehr als „stärkste Armee Europas“ ein wirtschaftlich starkes Deutschland geschaffen werden kann? 

Besser als der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez kann man es nicht sagen. „Regierungen sind dazu da, das Leben der Menschen zu verbessern, Lösungen für Probleme zu finden, und nicht, das Leben der Menschen zu verschlechtern“.

 

Ihr Re(h) Auge

 

Bild zur Meldung: Zu Interessen