Eindrücke im Urlaub 2026 (2)
(RD)Wer im Ruhrgebiet Urlaub macht, sollte unbedingt die Villa Hügel in Essen besuchen. Auch wenn das große Gebäude zwecks eines Events geschlossen war ist die Gesamtanlage und das Museum im kleinen Gebäude sehenswert.
Wie die Burgen das Zeugnis der Ritter, die wunderbaren Schlösser das Zeugnis der Könige und Fürsten, so ist die Prachtanlage der Krupps auf dem Hügel das Zeugnis des sich entwickelnden Kapitals.
Interessant die rasante Entwicklung des Imperiums sowie insbesondere die Verflechtung mit dem Kaiser und dem Nationalsozialismus. Einerseits die Gewinne durch die zwei Weltkriege, die Ausbeutung von über 1000 Zwangsarbeiter in der Kriegsproduktion, anderseits Leistungen zum Wohle der Arbeitnehmer und Aufnahme der Produktion für die Entwicklung nach 1945 in der Bundesrepublik. Heute wird das Eigentum durch eine Stiftung eingesetzt und gesichert.
Besonders beeindruckend sind in der Ausstellung die eigenen Wertungen und insbesondere die Sprüche.
Hier einige Beispiele:
„Anfangen im Kleinen, Ausharren in Schwierigkeiten, Streben zum Großen“
„Wer arbeitet macht Fehler..
Wer viel arbeitet, macht mehr Fehler.
Nur wer die Hände in den Schoß legt,
wer gar nichts tut, braucht auch keine Fehler zu machen.“
„Mein Ziel ist vor allem, dem Staat mit seiner ganzen Kraft zu dienen.“
„Die Ausdehnung des Betriebes muss nicht gehemmt, sondern forciert.“
„Wir wollen nur treue Arbeiter haben..
Wir wollen sie mit aller Menschenliebe behandeln und für sie wie für ihre Familien sorgen, sie sollen das Maximum bei uns verdienen, was eine Industrie bieten kann.
Dagegen soll aber niemand wagen, gegen ein wohlwollendes Regiment sich zu erheben und eher ist alles in die Luft zu sprengen, alles zu opfern als Arbeiterbegehr nachzugeben unter dem Druck von Streik.“
Der Konzern in der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945) (Auszug – Zitat)
"Krupp zog erheblichen Nutzung aus dem konjunkturellen Aufschwung und der nationalsozialistischen Aufrüstungspolitik. Im Zweiten Weltkrieg beschäftigte die Firma mehr als 100.000 Zwangsarbeiter*innen, oft unter unmenschlichen Bedingungen. Sie beutete Fabriken in den besetzten Gebieten aus und war wichtiger Teil der Kriegswirtschaft. Noch heute gilt die Firma vielen als „Waffenschmiede des Reiches.“
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Fotoserien
Villa Hügel - Stiftung Krupp (13.07.2026)
Villa Hügel - Stiftung Krupp