Zum Volkstrauertag 2023

18. 11. 2023

Morgen, am 19. November 2023, lautet das Motto für den Volkstrauertag: "Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg“. Gegenwärtig belasten uns die fürchterlichen Kriege sowie riesige Probleme in der Welt und wir stellen uns berechtigt die Frage: „Wie können aus Feinden wieder Freunde werden?“

Als nach dem Ende des 1. Weltkrieges der Volkstrauertag 1918 als Gedenktag für die rund 9,4 Millionen Toten beschlossen und im Reichstag erstmals 1922 offiziell begangen wurde, konnte man nicht ahnen wie aktuell dieser Gedenktag im Verlauf dieses ganzen Jahrhunderts werden würde. Das begann noch vor dem 2. Weltkrieg im fernen Osten, in Lateinamerika und in Afrika. Das setzte sich fort mit den über 50 Millionen Toten während des 2. Weltkrieg, dem Holocaust und der Ermordung politisch Missliebiger. Danach vergingen nur Monate bis die Kriege der Kolonialmächte, insbesondere der USA teilweise unter Beteiligung der NATO-Partner neues entsetzliches Leid über die Völker der Welt brachten. Da sind Vietnam, das ehemalige Jugoslawien, Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien und die Konflikte in Afrika nur die herausragendsten Beispiele.

Heute mahnen die zigtausenden Toten und Verletzten in der Ukraine und seit wenigen Wochen in Israel sowie auf dem Gasa-Streifen und in beiden Fällen ist die Aussicht auf eine dauerhafte Lösung, die die Sicherheitsinteressen aller Beteiligten in Rechnung stellt, nicht in Sicht. Die Lieferung von Waffen und eine einseitige Parteinahme führen immer weiter in die Sackgasse.

Diese Kriege sowie die Gewalt in allen anderen militärischen Auseinandersetzungen in der Welt lehnen wir grundsätzlich ab und fordern politische Lösungen am Verhandlungstisch. Die Menschheit dürstet nach Frieden und den erreichen wir nicht, indem eine Macht die anderen Staaten und Völker zu beherrschen versucht. Der immer stärkere Meinungsterror mit der Überschrift der deutschen Staatsräson, die zunehmende Verhinderung freier Meinungsäußerung heizen die Situation nur weiter an. Es muss doch möglich sein, trotz Krieg für Freundschaft mit den Russen und den Ukrainern zu sein. Ist es denn gleich Antisemitismus, wenn festgestellt wird, dass 20 von 35 Krankenhäusern in Gaza geschlossen werden mussten und über 50 Prozent der Toten Frauen und Kinder sind. Es muss doch möglich sein zu äußern, dass Politiker auf allen Ebenen befangen sind, wenn Politik, Waffenproduktion und Waffenlieferungen miteinander verzahnt sind. 

Unser Gedenken und unsere Gedanken sind bei all jenen Menschen, die an den Fronten der barbarischen Weltkriege, in der Gefangenschaft, in den Bombennächten und auf der Flucht und nicht zuletzt in den Konzentrations- und Vernichtungslagern umkamen bzw. umgebracht worden sind.

Unsere Gedanken und Forderungen sind bei all den geschundenen Menschen der Gegenwart. Die Erfahrungen lehren: Wer täglich Hass konsumiert und nicht dagegen aufbegehrt, der begünstigt die hemmungslose Ausbreitung von Rechtsextremismus in all seinen Formen und mit all seinem Handeln.

Deshalb müssen wir uns wehren – gegen Hass, Terror, Gewalt und Kriege.

 

Ihr Re (h) Auge

 

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