In den letzten Monaten gab es viele Spekulationen und widersprüchliche öffentliche Darstellungen zu einem Austritt der Gemeinde Rehfelde aus dem Amtsbereich. Mit der nunmehr vorliegenden Information des Bürgermeisters vom 27.01.2026, die auch in der Gemeindevertretung vorgestellt und akzeptiert wurde, ist klargestellt, dass es gegenwärtig keinen Austritt der Gemeinde aus dem Amtsbereich geben wird. Die Information des Bürgermeisters wird nachfolgend wiedergegeben.
Fakt ist aber auch, dass die aktuellen Arbeitsbeziehungen zwischen der Gemeinde und dem Amt als unzureichend einzuschätzen sind. Es bedarf vor allem einer Verbesserung der Informations- und Kommunikationsprozesse vor allem auch auf der Grundlage eines respektvollen Umgangs miteinander.
Carsten Kopprasch
Fraktionsvorsitzender GfR
Wortlaut der Bürgermeister-Information vom 27.01.2026:
„Die Gemeindevertretung beschloss am 15.07.2025, mit der Zustimmung aller Fraktionen, den Bürgermeister der Gemeinde Rehfelde mit der Prüfung der Möglichkeiten für einen Austritt Rehfeldes aus dem Amtsbereich zu beauftragen.
Die Ursachen für den Prüfauftrag waren vor allem, der sich verstärkender Eindruck bei den Gemeindevertretern, dass die Belange Rehfeldes bei der Amtsverwaltung nicht oder nur unzureichend berücksichtigt und wertgeschätzt werden. Gerade die fehlende bzw. mangelhafte Kommunikation seitens der Amtsverwaltung war ein Anstoßpunkt für den Beschlussvorschlag der Gemeindevertretung.
Als Bürgermeister sollte ich die rechtlichen, verwaltungstechnischen und finanziellen Möglichkeiten und Konsequenzen für einen Amtsaustritt bis zum Ende des Jahres 2025 prüfen.
Im Zeitraum Juli bis Dezember 2025 wurden durch mich zahlreiche Abstimmungen und Prüfungen mit Vertretern des Städte- und Gemeindebundes, des Land- und Kreistages und mit Verwaltungsrechtlern durchgeführt. Über das Prüfungsergebnis informierte ich die Vorsitzenden der Fr und die Gemeindevertreter. Im Ergebnis der Prüfungen stelle ich folgendes fest:
Die rechtlichen Möglichkeiten eines Austritts aus dem Amtsverband und die Herstellung einer verwaltungstechnischen Eigenständigkeit werden als sehr gering eingeschätzt und bedürften eines langjährigen rechtlichen Abstimmungs- und Zustimmungsprozesses von Kreis, Land und anderer amtsangehörenden Gemeinden. Ein Verwaltungsgerichtsverfahren würde mehrere Jahre und kommende Wahlperioden in Anspruch nehmen.
Ein Anschluss an die Verwaltungen der umliegenden Städte und Gemeinden Strausberg oder Rüdersdorf erscheint keine erfolgsversprechende Option, da Rehfelde dann nur als Ortsteil geführt wird bzw. Entscheidungshoheiten verliert.
Der Aufbau einer eigenen Verwaltung stellt enorme finanzielle, personelle, organisatorische und infrastrukturelle Anforderungen, die gegenwärtig unter der Haushaltslage schwer umsetzbar erscheinen.
Als Fazit wird festgestellt, dass ein Austritt der Gemeinde aus dem Amtsbereich wenig erfolgreich ist und daher diese Handlungsalternative schwer weiterzuverfolgen wäre. Es obliegt jedoch der Gemeindevertretung weiterführende Schritte anzugehen und dafür die notwendigen Beschlüsse zu fassen.
Hervorgehoben wird jedoch, dass sich die Gemeinde Rehfelde von der Amtsverwaltung auch gegenwärtig noch unzureichend unterstützt und verwaltet fühlt. Vor allem der Informations- und Kommunikationsprozess zwischen der Leitung des Amtes und der Gemeinde wird als kritisch bewertet. Als Gemeinde Rehfelde streben wir einen intensiven Informationsaustausch und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Amtsverwaltung, deren Führung und den anderen Gemeinden des Amtsbereiches an.“