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200. Jahre Friedrich Engels

Zum 200. Geburtstag von Friedrich Engels

(28.11.1820 - 05.08.1895)

 

Vor 2 Jahren wurde in zahlreichen Ländern und insbesondere in Deutschland und seinem Geburtsort Trier der 200. Geburtstag des größten deutschen Philosophen Karl Marx begangen. Eine solche Würdigung sollte sein bester Freund Friedrich Engels ebenso erfahren.

Betrachtet man das Wirken dieser beiden Philosophen, dann stellt sich manchmal die Frage, ob Marx ohne die Hilfe und finanzielle Unterstützung von Engels in der Lage gewesen wäre, seine wissenschaftlichen Arbeiten und epochalen Erkenntnisse, welche die theoretischen Grundlagen bildeten, um das kapitalistische System zu erschüttern, so ausführlich und präzise ausarbeiten und veröffentlichen konnte. Mit großer Wahrscheinlichkeit kann man das verneinen.

Als Friedrich Engels 1842 bei der Rheinischen Zeitung in Köln erstmals Karl Marx persönlich kennen lernte, entwickelte sich eine enge Freundschaft, von der beide außerordentlich profitierten. In zahlreichen Diskussionen, Briefen und Abhandlungen zu den gesellschaftlichen Verhältnissen dieses 19. Jahrhunderts kamen sie zu ihrer gemeinsamen Überzeugung, dass weitere Ausbeutung und Verelendung der Arbeiter/ Proletarier durch die profitorientierte Bourgeoisie, das kapitalistische System in Frage stellen musste und Veränderungen notwendig waren, insbesondere durch eine Revolution der unterdrückten Klasse. Obwohl Marx und Engels aus gutbürgerlichem Hause stammten, stellten sie sich auf die Seite der Arbeiter und wollten ihnen einen „Leitfaden“ geben, der sie befähigte, ihr eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen und aus ihrem seit Jahrhunderten geknechteten System auszubrechen.

Ihre gemeinsame Arbeit gipfelte 1848 in der Herausgabe des „Kommunistischen Manifestes“, das mit den Worten beginnt: „Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus. Alle Mächte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen das Gespenst verbündet…“ und endet: „Mögen die Herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller Länder vereinigt euch!“. (Das Manifest soll nach der Bibel und dem Koran das meistgelesene Buch sein).

1850 kehrt für die nächsten 20 Jahre Engels als Prokurist und ab 1864 als Teilhaber in die väterliche Firma nach Manchester zurück. Seine Einkünfte ermöglichen ihm die Unterstützung des fast mittellosen Marx. 1867 erscheint der erste Band des „Kapitals“. 1869 verkauft Engels seine Firmenanteile und lässt sich nur wenige Straßenblocks von Marx in London nieder.

Als Karl Marx am 14.03.1883 stirbt, hält Friedrich Engels zur Beerdigung am 17.03.1883 seine bedeutende Grabrede, in der er die Verdienste und das Wirken von Karl Marx in außerordentlichem Maße würdigt, ihn als größten Denker bezeichnet. Er endet seine Rede mit dem Satz: „Sein Name wird durch die Jahrhunderte fortleben und so auch sein Werk!“

Hier: Quelle der vollständigen Grabrede

Ab 1883 arbeitet Friedrich Engels vorrangig am Abschluss des zweiten Bandes des „Kapitals“, der 1885 veröffentlicht wird.

Am 19.12 1887 veröffentlicht Friedrich Engels fast 30 Jahre vor Beginn des 1. Weltkrieges eine kühne Prognose zum Verlauf und den Ergebnissen des Krieges. Erstaunlich, wie Engels Voraussagen dann tatsächlich eingetroffen sind (siehe Anhang).

Am 05.08 1895 stirbt Friedrich Engels

Die genauen Lebensdaten von Friedrich Engels sind zu finden: www.dhm.de/lemo/biografie/friedrich-engels

Nach dem Ende des sozialistischen Weltsystems in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts sahen viele Menschen aus Ost und West die Theorie von Marx und Engels als gescheitert an und als keine praktikable Alternative zur überlegenen kapitalistischen Wirtschaft und zur bürgerlichen Demokratie. Man könne nun die Lehren auf den „Müllhaufen der Geschichte“ entsorgen.

Marx und Engels analysierten brillant die kapitalistischen Verhältnisse ihrer Zeit. Jedoch ist aus ihren wissenschaftlichen Schriften die konkrete Ausgestaltung einer besseren Gesellschaft schwer herzuleiten. Sie konnten auch keine Hinweise geben, wie das sozialistische/kommunistische System zu organisieren sei, wenn das kapitalistische System nicht untergegangen ist. Wie soll eine Vergesellschaftung der Produktionsmittel und eine Volksherrschaft unter den Bedingungen des 20 Jahrhunderts demokratisch umgesetzt werden?

Zwei Dinge konnten Marx und Engels nicht berücksichtigen:

  1. Der Kapitalismus hat sich als überlebensfähiger erwiesen als Marx und Engels dachten. Denn der Kapitalismus war und ist bereit alles zu tun, das System zu erhalten, sei es durch vermeintliche Lohnerhöhungen oder Steuererleichterungen. Durch Zugeständnisse der Kapitalistenklasse an die Arbeiterklasse schafft es der Kapitalismus, sein Überleben, trotz Krisen, zu stabilisieren und zu verlängern. Damit kam es nicht zur Verelendung der Massen in dem Ausmaß, wie es Marx und Engels voraussagten, und welche notwendige Bedingung für die Revolution und die Überwindung des Kapitalismus ist. Sondern es hat sich ein großer Mittelstand herausgebildet.
  2. Das ist größtenteils bedingt durch den ersten Aspekt, das fehlende Klassenbewusstsein der Unterdrückten. Marx und Engels waren überzeugt, dass die Widersprüche des Kapitalismus so offensichtlich werden, dass jeder zwangsweise darüber nachdenken wird, den Kapitalismus zu überwinden. Doch dazu ist es durch die Zugeständnisse an die Lohnabhängigen nicht gekommen. Das führte zu einem Desinteresse der Arbeiter, für eine gerechtere Welt zu kämpfen. Man zieht sich heute lieber ins Private zurück und ist mit dem glücklich, was man hat.

Dass das profit- und konsumorientierte kapitalistische System, zukünftig nicht so weiter wirtschaften kann, dass die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse zunehmenden sozialen Unfrieden hervorrufen, dass Kriege und Umweltkatastrophen sogar das Überleben der Menschheit gefährden können, dürfte immer mehr Menschen bewusst werden.

Wie ein gerechteres Gesellschaftssystem funktionieren kann, dafür gab es gute Ansätze, aber bisher leider mit keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Marx und Engels können wir nicht mehr befragen, ihre Lehren wurden zeitweise auch so interpretiert, wie man sie benötigte, aber wo Ursachen und Zusammenhänge vieler heutiger Probleme liegen, da kann man durchaus bei Marx und Engels nachlesen.

 

Anhang

Friedrich Engels und seine Voraussagen zum 1.Weltkrieg

Die von Friedrich Engels am 19. Dezember 1887 zu Papier gebrachte Voraussage ist ein Meisterstück wissenschaftlicher Prognose. Fast 30 Jahre vor Beginn des 1. Weltkrieges, der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, analysiert er nicht nur den vermutenden Verlauf auf dem Kriegsschauplatz, sondern auch die politischen Ergebnisse.

Seine Sachkenntnis erwarb er sich, indem er militärisch bei der bürgerlich - demokratischen Revolution in Deutschland 1848/ 49 aktiv mitwirkte und nach der Niederlage sich in den darauffolgenden Jahrzehnten auch theoretisch mit dem Militärwesen und der Militärpolitik in den mächtigsten europäischen Ländern auseinandersetzte.

„Und endlich ist kein anderer Krieg für Preußen-Deutschland mehr möglich als ein Weltkrieg, und zwar ein Weltkrieg von einer bisher nie geahnten Ausdehnung und Heftigkeit. Acht bis zehn Millionen Soldaten werden sich untereinander abwürgen und dabei ganz Europa kahlfressen, wie noch nie ein Heuschreckenschwarm. Die Verwüstungen des Dreißigjährigen Kriegs zusammengedrängt in drei bis vier Jahre und über den ganzen Kontinent verbreitet, Hungersnot, Seuchen, allgemeine, durch akute Not hervorgerufene Verwilderung der Heere wie der Volksmassen, rettungslose Verwirrung unsres künstlichen Getriebes in Handel, Industrie und Kredit, endend im allgemeinen Bankrott, Zusammenbruch der alten Staaten und ihrer traditionellen Staatsweisheit, derart, dass die Kronen zu Dutzenden über das Straßenpflaster rollen und niemand sich findet, der sie aufhebt.“

(MEW, Band 21, S. 350f.)

 

Eine Auswahl der Werke von Friedrich Engels

  1. Briefe aus dem Wuppertal, in: Marx/ Engels Gesamtausgabe MEGA), 1. Abteilung, Band 3, Berlin 1985, S 32- 51.
  2. Die Lage der arbeitenden Klasse in England. Nach eigenen Anschauungen und authentischen Quellen (1845), Berlin 1979.
  3. Grundsätze des Kommunismus (1847), in: Karl Marx/Friedrich Engels. Manifest der Kommunistischen Partei, Stuttgart 1986, S. 61-83.
  4. Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft. Politische Ökonomie. Sozialismus. (Anti- Dühring), (1878),in: MEGA, 1. Abteilung, Band 27, Berlin 1988, S. 220-483.
  5. Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft (1882), in: MEGA, 1. Abteilung, Band 27, Berlin1988, S. 586- 627.
  6. Dialektik der Natur (1873- 1882), in: MEGA, 1. Abteilung, Band 26, Berlin1985.
  7. Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates (1884), in: MEGA, 1. Abteilung, Band 29, Berlin 1990.

 

 

 

 

 

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