Die traditionelle, jährliche Demonstration zu den Gräbern von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg war am 11.01.2026 vor allem auch ein Appell für Frieden und Völkerverständigung.
Vor über 100 Jahren war es Karl Liebknecht der im damaligen deutschen Reichstag als Einziger seine Stimme für Kriegskredite verweigerte. Deutschland entfachte damals den 1. Weltkrieg, zog in Richtung Osten und brachte für ganz Europa Tod und Elend. Keine 20 Jahre später war es Nazideutschland die erneut einen Weltkrieg entfachten, wieder in Richtung Osten zogen und dabei millionenfache Menschenvernichtung betrieben. Diese zwei Weltkriege, die vor allem geschürt und unterstützt wurden durch die Interessen des deutschen Industrie- und Finanzkapitals, sollten eigentlich dauerhaft Mahnung und Verpflichtung sein.
Aber Deutschland rüstet wieder auf. Unter dem Vorwand des Ukraine-Krieges fordern die Regierung unter CDU und SPD aber auch Grüne und FDP, dass Deutschland wieder kriegstüchtig und kriegsbereit gemacht wird. Die Stoßrichtung ist wieder in Richtung Osten, diesmal gegen das imperialistische Russland gerichtet, die in 2022 einen völkerrechtswidrigen und zu verurteilenden Krieg initiierte und seitdem führt. Deutschland und andere westliche Staaten setzen auf militärische Antworten und Stärke gegen Russland. Diplomatische Lösungen zur Beendigung des Krieges sind weiterhin nicht ernsthafter Gegenstand von politischen Überlegungen und Taten. Die Rüstungsindustrie wird in Deutschland mittlerweile zur wirtschaftsprägenden Säule entwickelt. Sie wird sich aber nur tragen können, wenn zukünftig auch geschossen wird und Nachschub erforderlich ist.
Der Kampf für eine diplomatische Friedenslösung ist weiterhin das Gebot der Stunde. Halten wir es mit Willy Brandt, der einst sagte „Ohne Frieden ist alles Nichts“. Deshalb werden zur traditionellen Demonstration an die Gräber von Karl und Rosa auch die Forderungen zu Abrüstung und zu diplomatische Lösungen von kriegerischen Konflikten erhoben.
Carsten Kopprasch
Rehfelder BSW-Unterstützerkreis
Bild zur Meldung: BSW-Unterstützer war auch diesmal an den Gräbern von Karl und Rosa