Der Einladung zur Teilnahme am „Tag der offenen Tour Am Rande des Bruchs“ am 18. April 2026 folgten wir mit Interesse und Neugier, hatten wir doch schon lange vor, uns das neu gestaltete Gelände der im November 1945 eingeweihten Gedenkstätte Seelower Höhen zu betrachten. Beeindruckend war die große Zahl der vorwiegend älteren Besucher, die mit Blumen den Soldaten der Roten Armee gedachten, die am Beginn und während der Schlacht um Berlin ihr Leben geopfert haben.
Bei einstündigen Rundgängen erläuterten Mitglieder der „Forschungsgruppe Berlin / Brandenburg 1945“ am Karten-Relief den Verlauf der erbitterten Kämpfe um das Oderbruch vorwiegend aus der Sicht der Wehrmacht. Enttäuscht wurden wir, dass nicht erklärt wurde, weshalb die Rote Armee 1945 vor Berlin stand und welches ihr Auftrag war.
Neben der traditionell auf dem Museumsvorplatz aufgestellten Militärtechnik der Sowjetarmee zeigte der Verein großformatige Tafeln mit Abbildungen deutscher Waffen des Zweiten Weltkriegs mit detaillierten Erläuterungen ihrer Wirkungsweise. Eine kaum zu überschauende Anzahl von Publikationen über die Schlacht luden zum Kauf ein. Das Buch der Unterzeichner „Auf dem Weg nach Berlin. Kriegstagebücher der Roten Armee berichten. Tagesetappe Rehfelde, Werder Zinndorf“, das ehemals im Museum der Gedenkstätte zu erwerben war, befand sich nicht darunter.
Beim Verlassen der Veranstaltung schauten wir mit noch größerer Besorgnis auf die Gräber der gefallenen Rotarmisten.
Erika und Gerhard Schwarz
Bild zur Meldung: Vor dem Tag der Befreiung