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News-Ticker

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Zum Tag der Befreiung

08.​05.​2026

Am 8. Mai 2026 hatte die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten Märkisch-Oderland aus Anlass des 81. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus zu einer Gedenkveranstaltung nach Strausberg in die Elisabethstraße/Ecke Alte Gleisstraße eingeladen. In ihrem Vortrag gingen Erika und Gerhard Schwarz von der Geschichtswerkstatt Rehfelde e.V. insbesondere auf die Befreiung der Stadt und das Schicksal der mehr als 2000 Zwangsarbeiter ein. Für die Häftlinge des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück, die Kriegsgefangenen und die sogenannten zivilen Dienstverpflichteten aus der Sowjetunion, aus Belgien, den Niederlanden, Italien, Polen, Dänemark, Frankreich, Tschechien, Litauen und Estland, die  hier in der als Märkisches Walzwerk bezeichneten Munitionsfabrik, auf dem hiesigen Fliegerhorst, im Flugzeugreparaturwerk Alfred Friedrich und in den Stadtwerken für das faschistische Deutschland und seinen Krieg schuften mussten, war mit dem Einzug der Roten Armee in Strausberg bereits der 21. April 1945 ihr Tag der Befreiung. 

Eigentlich sollte nach den Vorstellungen der Nazi-Führung um jedes Haus der Stadt, die zu einem Verteidigungsknoten ausgebaut war, erbittert gekämpft werden. Dass es anders kam, war dem schnellen Vordringen der 5. Stoßarmee unter Generaloberst Nikolaj Bersarin am 20. April zu verdanken. Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Strausberger schon nach Westen geflohen. Fliegerangriffe und Artilleriefeuer auf die abziehenden SS-Einheiten verursachten an verschiedenen Stellen Brände. Am Abend hisste der Sozialdemokrat Georg Kurtze auf dem Rathausdach die weiße Fahne und forderte die noch etwa 100 verbliebenen Bürger auf, ebenfalls weiße Tücher aus den Fenstern ihrer Häuser herauszuhängen. 

Der Ort der heutigen Zusammenkunft war zugleich Beweggrund, auf die 1945 genau an dieser Stelle gelegene Erstgrablage der bei der Befreiung der Stadt gefallenen Rotarmisten einzugehen. Bereits im Mai 1945 begannen Begräbniskommandos der Roten Armee, die hier bestatteten sterblichen Überreste der Sergeanten und Soldaten zu exhumieren und auf gesondert angelegte, nur sowjetischen Soldaten vorbehaltene Friedhöfe, die heutigen Ehrenmale, zu überführen. Der Platz in der Elisabethstraße war leicht wiederzufinden, da er auf der Stabskarte von Marschall Georgi Shukow, dem Oberkommandierenden der 1.  Belorussischen Front mit einem besonderen Zeichen markiert war.

Der heutige Umgang mit den mehr als 4.000 russischen Kriegsgräbern in Deutschland wird durch ein Abkommen zwischen Russland und der BRD vom 16. Dezember 1992 geregelt. Es besagt, dass die Regierungen beider Länder den Schutz und das dauernde Ruherecht für die Kriegstoten der jeweils anderen Seite in ihrem Hoheitsgebiet zu gewährleisten und die Umgebung der Kriegsgräberstätten von allen Anlagen freizuhalten haben, die mit der Würde dieser Stätten nicht vereinbar sind. Weiter heißt es, dass die Regierung der BRD die Erhaltung und Pflege russischer Kriegsgräber im Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland gewährleistet. 

Wie aber gehen die Bundesrepublik und ein Teil ihrer Bürger gegenwärtig real mit den Grabstätten der gefallenen Sowjetsoldaten um? Die Politik nimmt sich insbesondere an den Feiertagen des 8. und 9. Mai heraus, das Zeigen von Symbolen des Sieges über den Faschismus zu verbieten. Vertreter der Russischen Föderation werden vom Gedenken ausgeschlossen. Die Frage nach den Ursachen dafür, weshalb Soldaten eines anderen Landes nach hunderten verlustreichen Schlachten bis auf deutschen Boden vordringen mussten, wird ausgeblendet. Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart und lässt zu, dass die Ehrenmale mit Hakenkreuzen beschmiert werden.

 

Erika und Gerhard Schwarz

 

 

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