Viele Informationen und Informationssplitter lassen sich nicht mehr zu einem sinnvollen Puzzle zusammenfügen. Es entsteht ein sehr unregelmäßiges Mosaik, das recht verunsichernd wirkt. Veröffentlichungen zu einzelnen Fakten beunruhigen mich sogar sehr, widerspiegeln diese doch die Unfähigkeit der Regierenden, eine Politik zum Wohle der Menschen zu realisieren. Eine Politik im Interesse des Kapitals führt zwar zur Maximierung des Profits einer Minderheit insbesondere durch die Militarisierung, aber schadet unweigerlich der Mehrheit der Bevölkerung des Landes. Die aber spürt sehr genau, dass die Axt an ihre Grundversorgung gelegt wird und begehrt auf durch Demonstrationen und nicht zuletzt durch ihr Stimmverhalten bei den Wahlen.
Hohe Kosten bei Wärme, Strom, Kraftstoff sowie dazu Fachkräftemangel und Nachfolgesorgen, so dass 2025 187.744 Betriebe vom Markt verschwunden sind. Das betrifft vor das Gastgewerbe mit 11.000, 5.500 Arztpraxen aber auch 11.000 Industriebetriebe. Das Institut der deutschen Wirtschaft schätzt für 2029 723.000 fehlende Fachkräfte durch altern, sinkende Zuwanderung und Geburtenrückgang ein. Jeder zehnte 20- bis 24-Jährige ist weder in Arbeit noch in Ausbildung, Schule oder Studium. Aktuell waren im August allein im Landkreis Märkisch-Oderland noch 341 Lehrstellen frei. Dem gegenüber stehen 74% der Erwerbslosen unter 25 Jahren, die keinen Berufsabschluss haben.
Eine Umfrage ergab, dass 79% der Befragten Sorge vor Altersarmut haben, 90% vor immer mehr steigenden Lebenshaltungskosten und 59% zweifeln an Rentensicherheit. Immerhin bekamen 2025 53.000 Brandenburger Wohngeld, davon 64% Rentner/Pensionäre und 27% Selbstständige und Arbeitnehmer.
Statistisch erfasst sind 1.3 Millionen Glücksspielsüchtige. Hinzu kommen 3.1 Millionen mit problematischem Verhalten und insgesamt 14,4 Milliarden registrierte Nettospielverluste.
Zunehmende physische, körperliche und sexuelle Gewalt, insbesondere wachsende Kinderwohlgefährdung mit Rekord im Jahre 2025 mit rund 79.800. Das ist eine Verdopplung zu 2012.
Eine steigende Anzahl von Klagen und weniger Schlichtungen. Wie ein langer Stau auf der Autobahn liegen bei den Strafverfolgungsbehörden zum Halbjahr 2026 in Brandenburg 43.100 offene Fälle. Bundesweit sind es 1,1 Millionen.
Dazu weniger finanzielle Kraft der Kommunen, die wie Rehfelde und der Landkreis MOL kurz vor dem Aufstellen eines Sicherheitskonzeptes stehen, was unweigerlich zur Streichung der sogenannten freiwilligen Aufgaben führen würde. Diese Aufgaben, die Förderung von Vereinen, der Bibliothek, des Familienzentrums usw. vor Ort sind aus meiner Sicht unverzichtbar, um ein Minimum an gesellschaftlichem Leben zu erhalten.
Die Aufzählung könnte noch seitenlang fortgeführt werden. Sie ist nicht meine Erfindung und auch nicht gottgegeben. Sie entstand und setzt sich fort, wenn die Regierenden in diesem Land keine grundsätzlichen Veränderungen an den Zielen ihres Tuns vornehmen und den Willen aufbringen, den Mensch, den Bürger in den Mittelpunkt ihres Handelns zu stellen. Das wäre die Lösung des Rätsels, das sie täglich unter der Bezeichnung „Krise“ vor sich hertragen.
Martin Luther forderte bereits vor 500 Jahren: „Dem Volk aufs Maul schauen“!
Ihr Re (h) Auge